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Die Essener Kanzlei -Schmidt, von der Osten & Huber Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaft mbB- spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Gewerkschaften und Betriebsräten. Der Mitinhaber Emil Huber ist im Laufe der Jahrzehnte zu einem der wichtigsten externen Berater des Aldi-Gründers Theo Albrecht und dessen Söhnen Theo jun. und Berthold geworden. Während es Aldi Süd mit massiven Union Busting-Methoden geschafft hat, das Unternehmen bis heute quasi komplett Betriebsrats-frei zu halten, müssen Betriebsratsmitglieder bei Aldi Nord immer wieder mit massiven Kampagnen gegen sie zurechtkommen. Für Aldi-Nord hatte Huber einen Strategiepapier entworfen mit dem Ziel „Abwahl des Betriebsrates (BR) im Jahr 2006, um dann, wenn ein neuer BR gewählt ist, schließlich mit diesem die gewünschte Arbeitszeitänderung herbeiführen zu können.“ Aus einem Text von verdi: Das nachfolgend beschriebene Verfahren kommt einigen ver.di-Betriebsräten bei Aldi verdächtig bekannt vor: Der nicht Arbeitgeber-konforme Betriebsrat soll innerbetrieblich durch eine Handvoll williger Filialleiter, die heftige Diskussionen anzetteln, als Störer und arbeitsplatzgefährdend dargestellt werden. Im Punkt 5 der Empfehlungen des Strategiepapiers heißt es schließlich: „Übernahme aller Aktivitäten durch die AUB.“ Ein Zitat aus dem Anti-Betriebsräte-Dokument belegt, dass die beschriebene Vorgehensweise sehr real ist und nicht nur ein Planspiel, wie der Discounter später behauptete. Denn dort heißt es wörtlich und vom Aldi-Vertrauten Emil Huber abgezeichnet: „Die Frage ist deswegen, ob wir nicht – wie seinerzeit in Berlin – eine Gruppe von vier bis fünf loyal zum Unternehmen stehende Filialleiter für eine ,Aufklärungskampagne gegen den BR‘ aktivieren können.“ Genau so und wie seinerzeit in Berlin. Am Aldi-Sitz im nördlichen Berlin sowie in der Regionalzentrale Großbeeren kurz hinter der südlichen Stadtgrenze wurde im Vorfeld der Betriebsratswahlen 2002 wie nach einem Drehbuch verfahren, das die AUB ins Spiel brachte: Erst mündliche Stimmungsmache durch einige Filialleiter gegen die von ver.di-Mitgliedern geführten Betriebsräte. Dann auch Rundschreiben an alle Beschäftigten im Verkauf mit dem Tenor, die Gewerkschaftsleute würden angeblich Umsätze und Arbeitsplätze gefährden. „Wer die Falschen wählt, muss mit weniger Geld rechnen“ – dieser und ähnliche Sprüche machten die Runde. Schließlich wurde das Kräfteverhältnis in den beiden Betriebsräten völlig gekippt und die AUB stellte die Mehrheiten. [1]

Eines der Werkzeuge zur Bekämpfung von Gewerkschaften und Betriebsräten ist die AUB (Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger), diese wurde 1974 gegründet, um als arbeitgeberfreundliches Gegengewicht zu den DGB-Gewerkschaften an Betriebsratswahlen des Siemens-Konzerns teilzunehmen. Doch auch bei Aldi Nord bedient man sich durch Vermittlung von Emil Huber der AUB. Für Schulung und Betreuung von Betriebsräten durch die AUB habe man über mehrere Jahre Zahlungen „in Höhe eines durchschnittlichen Filialleiter-Jahresgehalts“ geleistet, gibt Aldi Nord zu. Die Begründung: „Mit den Zielen der AUB... konnte und kann sich Aldi Nord als Arbeitgeber sehr gut identifizieren,“ heißt es. Eingefädelt wurden die Zahlungen an den später verurteilten AUB-Bundesvorsitzender Wilhelm Schelsky durch Emil Huber. [2]

Die Kanzlei Schmidt, von der Osten & Huber vertrat auch die Interessen von Clemens Tönnies bei internen Machtkämpfen bei Schalke 04, als der Schweine-Baron sich noch als Fußball-Boss aufspielte.

  1. Andreas Hamann, Ein Blick hinter die Kulissen bei Aldi[1]verdi.de
  2. Klaus Ott und Uwe Ritzer, Zum Seminar nach Eggersdorf[2], sueddeutsche.de 17. 5. 2010