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Westspiel

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Westspiel

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Rechtsform GmbH
Mutter Westdeutsche Spielbanken GmbH
Gründung 1976
Sitz Landfermannstraße 6, 47051 Duisburg
Leitung Georg Lucht und Jochen Braun
Mitarbeiterzahl 1020 (31.12.2019)
Branche Betrieb von Spielbanken
Website http://www.westspiel.de

Stand: 13.05.2012

Land NRW als Union Buster?

Im Glücksspiel wird mit harten Bandagen gekämpft, auch gegen die eigenen Mitarbeiter. So unter anderem auch beim nordrhein-westfälischen Casino-Betreiber Westdeutsche Spielbanken GmbH. Das besondere an diesem Fall ist, dass die GmbH ein Unternehmen des Landes NRW und der NRW-Bank ist.

Kündigungsandrohungen gegen Betriebsräte

Der Gesamtbetriebsrat der Westspiel GmbH hat sich jetzt in einem Brief an NRW- Ministerpräsident Armin Laschet gewandt, weil die Westspiel Geschäftsführer Georg Lucht und Jochen Braun dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats Dieter S. und seiner Vertretung mit fristlosen Kündigungen, Strafanzeigen und Schadensersatzforderungen gedroht haben sollen.[1]

Privatisierung

Betriebsrat und engagierte Mitarbeiter kämpfen gemeinsam gegen die drohende Privatisierung des gut laufenden Casinobetriebes und prangern nicht nur den „brutalen Kurs“ und die erheblichen Einschüchterungsversuche der Geschäftsführung gegen die eigenen Mitarbeiter an, sondern auch die weitere Unterstützung der Privatisierung durch die Landesregierung.

Protestrief an Landesregierung

Dieter S. berichtet in seinem Brief an den Ministerpräsidenten weiter, dass Betriebsratsmitglieder „wie Kriminelle von der Personalchefin und zwei Anwälten der Geschäftsführung zu vertraulichen Unterlagen verhört“ würden. Die Geschäftsführung konstruiert angebliche Falschaussagen der Betriebsratsmitglieder und will diese dadurch unter Druck setzen.[2] (Einzelgespräch sind tunlichst zu vermeiden! Bestehen Sie immer darauf, dass ein Betriebsratsmitglied bei Personalgesprächen dabei ist.)

Klagen beim Arbeitsgericht

Hinter diesem knallharten Union Busting dürften Konflikte über die Altersversorgung der Beschäftigten und einen neuen Tarifabschluss stehen. Mittlerweile sollen mehr als 60 Klagen vom Betriebsrat und Westspiel-Mitarbeitern beim Arbeitsgericht anhängig sein.

Die Beschäftigten rechnen in Folge der Privatisierung mit einem massiven Abbau von Kündigungsschutz und Arbeitnehmerrechten. NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper will den Verkauf lediglich an einen Kündigungsschutz der Beschäftigten bis zum Jahr 2023 knüpfen.

Ramschpreis zu Lasten der Beschäftigten

Bereits seit 2018 läuft der Prozess zum Verkauf[3] und der Privatisierung der Casinos. Mittlerweile läuft ein Bieterverfahren für den Verkauf. Das Land NRW will die beteiligten Unternehmen und den im Raum stehenden Kaufpreis jedoch geheim halten.[4] Die Landesregierung hat zudem im Vorhinein darauf verzichtet einen Mindestverkaufspreis festzulegen. Waren hier etwa findige Lobbyisten am Werk, die sich ein profitables Unternehmen zum Ramschpreis auf dem Rücken der Beschäftigten aneignen wollen?

Die landeseigene Westdeutsche Spielbanken GmbH betreibt Casinos in Aachen, Bad Oeynhausen und Dortmund sowie über eine Tochtergesellschaft in Duisburg. Zu Westspiel gehört zudem eine weitere rechtlich selbstständige GmbH über die Casinos in Bremen und Bremerhaven betrieben werden. Insgesamt arbeiten rund 1.000 Menschen in den Casinos. Mehr als 65 Millionen Euro führten die Casinos 2019 an die Landeskasse ab.

Quellen