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Neupack: Unterschied zwischen den Versionen
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==Union Buster auf Unternehmensseite== | ==Union Buster auf Unternehmensseite== | ||
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==Quellen / Nachweise== | ==Quellen / Nachweise== |
Version vom 9. Februar 2022, 17:08 Uhr
Neupack Verpackungen GmbH & Co. KG
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Rechtsform | GmbH & Co. KG |
Gründung | 1959 |
Sitz | Hamburg, Deutschland |
Leitung | Geschäftsführer: Jens Krüger, Lars Krüger |
Mitarbeiterzahl | 222 [1] |
Umsatz | 77,7 Mio. Euro (Schätzung) |
Branche | Verpackungsindustrie |
Website | http://www.neupack.de/ |
Die Firma Neupack Verpackungen GmbH stellt unter anderem Plastikbecher für Molkereiprodukte und Feinkostsalate her. Beliefert werden Marken wie Frischli, Heideblume, Humana, Milram. Für Neupack arbeiten an zwei Standorten – Hamburg-Stellingen und Rotenburg (Wümme) – rund 200 Personen. Neupack gehört keinem Unternehmerverband an.
Fälle von Union Busting
- Streikbruch durch Leiharbeiter
Rund um dieses mittelständische, patriarchal geführte Unternehmen spielten sich zum Jahreswechsel 2012/2013 Szenen ab, die aus der grauen Urzeit des Union Busting im 19. Jahrhundert her rühren. Polnische Streikbrecher wurden mit Polizeischutz auf das Werksgelände gebracht: „Dabei kam es zu einer Rangelei, bei der ein Streikender leicht verletzt wurde.“[2] Es kam im Umfeld des Betriebs zu Sachbeschädigungen und Übergriffen. Martialische Wachleute patrouillierten mit Bulldoggen. Die Streikzeitung der IG BCE berichtete, dass zwei Streikende bereits am ersten Streiktag von hinten getreten und geschlagen wurden, als sie versucht hätten, arbeitswillige Kollegen von der Teilnahme am Arbeitskampf zu überzeugen. Auch das Lager der Streikenden und ihrer Unterstützer scheint in Einzelfällen nicht gerade zimperlich gewesen zu sein. Die Presse berichtete, dass im Januar 2013 Unbekannte vor einer Pension in Hellwege auftauchten, in der polnische Streikbrecher untergebracht waren. Dabei kam es zu massiven Handgreiflichkeiten. Ein Leiharbeiter erlitt einen Schädelbruch.[3]
Die Auseinandersetzungen um den Neupack-Streik enthielten Elemente, die für das Streikrecht in ganz Deutschland relevant waren: So versuchte die Firma, sowohl den Streik als auch die Präsenz der Streikenden vor dem Werkstor gerichtlich zu unterbinden.
#Freitag13
Am Freitag, den 13. März 2015 fanden Aktionen an über 20 Orten statt, um Murat G., den Betriebsratsvorsitzenden des Plastikschalen-Herstellers Neupack, solidarisch zu unterstützen.[20] Der Aktionstag trug entscheidend dazu bei, den Neupack-Betriebsratsvorsitzenden, der nach einem langen und erbitterten Streik gemaßregelt werden sollte, dauerhaft zu stabilisieren. Das Management stellte die Zermürbungsversuche am Ende ein. Murat arbeitet (Stand 2021) immer noch bei Neupack und ist als Betriebsratsmitglied aktiv.
Union Buster auf Unternehmensseite
Als Inhouse-Union-Buster fungierte der Geschäftsführer Arne Höck, extern waren die Anwälte Marc Müller (Taylor Wessing) und Stefan Hermann (Kanzlei Hermann Budweg Meyer) damit betraut eine Kette von unsubstantiierten Kündigungsversuchen und Abmahnungen gegen Murat loszutreten.[4]
Quellen / Nachweise
- ↑ https://die-deutsche-wirtschaft.de/famu_top/neupack-verpackungen-gmbh-co-kg-hamburg-umsatz-mitarbeiterzahl/ DIE DEUTSCHE WIRTSCHAFT 22.10.2021
- ↑ Martin Kopp und Jan-Eric Lindner: Arbeitskampf bei Neupack eskaliert, www.abendblatt.de, 2012-12-12, https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article111959611/Arbeitskampf-bei-Neupack-eskaliert.html
- ↑ Mann bei Attacke schwer verletzt, https://www.kreiszeitung.de, 2013-01-18, https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/neupack-mitarbeiter-liegt-diakoniekrankenhaus-polizei-vermutet-zusammenhang-streik-2706511.html
- ↑ Jessica Reisner: Neupack: Der Streik und seine Hintergründe, arbeitsunrecht in deutschland, 3.3.2015.