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Hennes & Mauritz: Unterschied zwischen den Versionen
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H&M geht immer wieder gezielt gegen die Gründung von Betriebsräten und deren Rechte im Betrieb vor. | H&M geht immer wieder gezielt gegen die Gründung von Betriebsräten und deren Rechte im Betrieb vor. | ||
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Bei H&M in Detmold gab es 2021 Ärger um eine Betriebsversammlung. Weil die Store-Managerin dem Betriebsrat keinen gesonderten Raum für die Versammlung Ende Juni 2021 zur Verfügung stellte, fand das Treffen im Verkaufsraum der Filiale statt. | Bei H&M in Detmold gab es 2021 Ärger um eine Betriebsversammlung. Weil die Store-Managerin dem Betriebsrat keinen gesonderten Raum für die Versammlung Ende Juni 2021 zur Verfügung stellte, fand das Treffen im Verkaufsraum der Filiale statt. | ||
Laut der Gewerkschaft Verdi hat die Filialleitung die Versammlung mehrfach aktiv gestört. Die Store-Managerin soll die Mitarbeiter während der noch laufenden Versammlung mit einer Lautsprecherdurchsage aufgefordert haben, an die Arbeit zu gehen und wenig später das Geschäft auch für Kunden geöffnet haben. Verdi und der den Betriebsrat vertretende Rechtsanwalt Albrecht Seidel, von der Kanzlei Vieker & Chatziparaskewas, sehen darin eine massive Behinderung der Betriebsratsarbeit. | Laut der Gewerkschaft Verdi hat die Filialleitung die Versammlung mehrfach aktiv gestört. Die Store-Managerin soll die Mitarbeiter während der noch laufenden Versammlung mit einer Lautsprecherdurchsage aufgefordert haben, an die Arbeit zu gehen und wenig später das Geschäft auch für Kunden geöffnet haben. Verdi und der den Betriebsrat vertretende Rechtsanwalt Albrecht Seidel, von der Kanzlei Vieker & Chatziparaskewas, sehen darin eine massive Behinderung der Betriebsratsarbeit. |
Version vom 3. Februar 2022, 12:19 Uhr
H & M Hennes & Mauritz AB
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Rechtsform | Aktiengesellschaft |
ISIN | SE0000106270 |
Gründung | 4. Oktober 1947 |
Sitz | Stockholm, Schweden |
Leitung | Helena Helmersson (CEO) |
Mitarbeiterzahl | 179.000 (2019)[1] |
Umsatz | 22,9 Mrd. Euro (2019)[1] |
Branche | Mode und Kosmetik |
Website | www.hm.com |
H&M (Kurzform für Hennes & Mauritz) ist ein schwedisches Textilhandelsunternehmen.
H&M gehört hinter Inditex (Zara) zu den größten Textil-Einzelhandelsketten der Welt. Der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist Deutschland (Stand:2019, 3,2 Mrd. EUR Umsatz), gefolgt von den USA (3 Mrd.), Großbritannien, Frankreich und China.[2]
Die deutsche H&M-Firmenzentrale sitzt in Hamburg, ebenso das zentrale H&M-Lager, das über den Hamburger Hafen beliefert wird. H&M produziert über eine Kette von Sub-Unternehmern in Niedriglohnländern, vor allem in Asien.
Zum Konzern gehören seit 2007 nach Unternehmenskäufen weitere Marken, die zum Teil über eigene Ladengeschäfte vertrieben werden.[3]
Union Busting
H&M geht immer wieder gezielt gegen die Gründung von Betriebsräten und deren Rechte im Betrieb vor.
Fälle von Union Busting
- Store-Managerin behindert Betriebsversammlung in Detmold
Bei H&M in Detmold gab es 2021 Ärger um eine Betriebsversammlung. Weil die Store-Managerin dem Betriebsrat keinen gesonderten Raum für die Versammlung Ende Juni 2021 zur Verfügung stellte, fand das Treffen im Verkaufsraum der Filiale statt. Laut der Gewerkschaft Verdi hat die Filialleitung die Versammlung mehrfach aktiv gestört. Die Store-Managerin soll die Mitarbeiter während der noch laufenden Versammlung mit einer Lautsprecherdurchsage aufgefordert haben, an die Arbeit zu gehen und wenig später das Geschäft auch für Kunden geöffnet haben. Verdi und der den Betriebsrat vertretende Rechtsanwalt Albrecht Seidel, von der Kanzlei Vieker & Chatziparaskewas, sehen darin eine massive Behinderung der Betriebsratsarbeit. Der Betriebsrat zog daraufhin vor das Arbeitsgericht und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Store-Managerin. Nach einer ersten Güteverhandlung am 14. Juli 2021 gab es keine gütliche Einigung. Astrid Schnabel (Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH), Anwältin von H&M und der Store-Managerin, behauptete das die Mitarbeiter bei der Versammlung gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen hätten und deshalb die Beendigung gerechtfertigt gewesen wäre. Anwältin Manuela Rahle aus der Kanzlei Vieker & Chatziparaskewas, sprach dagegen für den Betriebsrat und hielt entgegen, dass dies nicht stimme. Während der Versammlung habe der Betriebsrat das Hausrecht inne und zwar bis dieser selbst die Versammlung beende. Das Gericht muss nun über den Sachverhalt in einem Kammertermin entscheiden. Dabei sollte klar sein, dass Grundrechte nicht am Werkstor oder den Filialtüren enden. Diese Grundrechte hat die Filialleiterin in Detmold jedoch mit Füßen getreten. In Detmold laufen zudem zur Zeit weitere Verfahren wegen willkürlicher Schichteinteilugnen und Abmahnungen.
Union Busting Methoden
Zu den Methoden des Konzerns gehören unter anderem:
- Bewusste Einflussnahme auf die Wahlen von Seiten des Unternehmens durch eigene Infoveranstaltungen
- Einflussnahme mittels unternehmensfreundlicher Listen
- Einschüchterung und Einflussnahme auf einzelne, aktive Mitarbeitern
- Bewusste Beeinflussung der Stimmung in der Belegschaft gegen die Wahl eines Betriebsrates
- sowie die Formelle Behinderung durch die Verhinderung der Herausgabe von Unterlagen oder Anträge auf gerichtliche Verfügungen.[4]
Arbeitsunrecht
Diskriminierung
H&M geriet ab November 2020 in die Kritik, weil der Konzern bei einer geplanten Massenentlassung ("Stellenabbau") von 800 Personen vor allem junge Mütter, Langzeitkranke und Schwerbehinderte rauswerfen wollte. Im Rahmen eines "Freiwilligenprogramms" stimmten rund 600 Mitarbeiter Abfindungen zu. Hinter den Kulissen übte der Konzern auf die besagten Beschäftigten jedoch massiven Druck aus und drohte mit Kündigungen ohne Abfindung, sollte nicht „freiwillig“ eingewilligt werden.[5]
Geht es nach dem H&M Management sollen neue Verträge ab jetzt nur noch den Umfang der Arbeitszeit regeln, aber nicht deren zeitlichen Einsatz festlegen. Diese würden dann in den Filialen jeweils von der Personalabteilung einseitig festgesetzt. Ähnliche Pläne hat H&M für die Urlaubsplanung: zu Peak-Zeiten, also zum Beispiel um Weihnachten herum, soll es schwieriger werden, überhaupt Urlaub zu bekommen.
Mobbing
Schon seit Jahren gibt es immer wieder Mobbingvorwürfe gegen den Modekonzern H&M. Besonders Betriebsräte klagen über gezielte Hetze. Dahinter stecken keine Einzelfälle, sondern systematisches Mobbing. Indem kein Personalpuffer organisiert wird und sich Krankheit, Qualitätsmängel etc. direkt auf die Arbeitslast auswirken, sollen sich Beschäftigte gegenseitig unter Druck setzen.[6]
Überwachung
Protest + Gegenwehr
Big Brother Award
#Freitag13
Am Freitag, 13. Oktober 2017 fanden Aktionen vor H&M Filialen in rund 20 deutschen Städten statt. Im Mittelpunkt der Proteste stand die Vorreiterrolle des Unternehmens bei der Durchsetzung und Erprobung sozialschädlicher Arbeitszeitszeit-Modelle, die skrupellose Vernichtung von Arbeitsplätzen, bei gleichzeitig explodierendem Reichtum der Besitzer und wachsender Armut der Arbeitenden.[7]
Quellen / Nachweise
- ↑ 1,0 1,1 Vorlage:Internetquelle
- ↑ Nettoumsatz von Hennes & Mauritz (H&M) weltweit nach Ländern im Geschäftsjahr 2019 Statista, 23.9.2020
- ↑ Voll anderer Geschichten, tagesspiegel.de, 13. Januar 2013
- ↑ Heiner Köhnen: Unternehmenskultur und Personalpolitik – Zur Situation der Beschäftigten und der Interessenvertretung bei H&M, Hans Böckler Stiftung, 01.2006, abgerufen 17.5.2021
- ↑ Philip Kaleta: „Unverfroren familienfeindliche Politik“: H&M schafft feste Schichten ab – insbesondere junge Mütter sollen am Wochenende und am späten Nachmittag arbeiten, Business Insider, 6.5.2021, abgerufen 14.5.2021
- ↑ H&M soll Mobbing unter Mitarbeitern befeuern: "Der Hass und die Verachtung taten weh" – focus.de, 02.02.2021, abgerufen 17.5.2021
- ↑ Freitag13: Bundesweite Aktionen bringen H&M in Bedrängnis – Bericht Aktion gegen Arbeitsunrecht, 15.10.2017, abgerufen 17.5.2021