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Gorillas-Standort am Alexanderplatz: Unterschied zwischen den Versionen

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Solange diese unternehmerische Willkür geduldet wird, werden Betriebsräte keinen wirklichen Schutz genießen.
 
Solange diese unternehmerische Willkür geduldet wird, werden Betriebsräte keinen wirklichen Schutz genießen.
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<ref>Patrik Volkanat, Kampfansage an Gorillas, neues deutschland 10.03.2022[https://www.nd-aktuell.de/artikel/1162022.arbeitsrecht-kampfansage-an-gorillas.html]</ref>
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<ref>Die Zeit, Widerstand gegen Kündigungen beim Lieferdienst Gorillas 10.03.2022[https://www.zeit.de/news/2022-03/10/widerstand-gegen-kuendigungen-beim-lieferdienst-gorillas]</ref>

Version vom 18. März 2022, 16:38 Uhr

Der Gorillas-Standort am Berliner Alexanderplatz wird zum Ende des Monats März 2022 geschlossen und die rund 80 Beschäftigten entlassen. Das kündigte Warenhaus-Manager Konstantin Lindlar am 2. März 2022, also 29 Tage vor der Schließung, an.

Angeblich erfolgt die Schließung des Standortes aufgrund von Problemen mit den gemieteten Räumlichkeiten.

Die Beschäftigten wehren sich aus mehreren Gründen:

1) die Probleme bezüglich des Nutzungsvertrages sollen seit Oktober 2021 bekannt sein. Warum also werden die Beschäftigten mit so wenig Vorlauf informiert?

2) Unter den Beschäftigten sind gleich drei Betriebsratsmitglieder. Die Vermutung, dass der neu gegründete und bislang einzige Gorillas Betriebsrat geschwächt werden soll, liegt nah.

Franchise-Fake zwecks Union Busting? Normalerweise sollte es bei einer Standortschließung und mehreren Warenhäusern in der Stadt kein Problem sein, die Beschäftigten auf andere Standorte zu verteilen.

Hier kommt aber folgendes Union Busting-Manöver zum Tragen:

ausgerechnet in Berlin, der einzigen Stadt mit einem Betriebsrat, arbeitet Gorillas nach eigenen Angaben seit kurzem mit einem Franchise-Modell. So auch am Alexanderplatz. Nach unserer Einschätzung ist das reiner Fake. Auch Martin Bechert, Arbeitsrechtler auf Seiten der Kuriere, äußert in der Tageszeitung Junge Welt Zweifel an der Plausibilität der angeblichen neuen Firmenstruktur.

Seiner Einschätzung nach handelt es sich bei den angeblichen Warehouse-Managern um Strohleute. Sie sprechen zum Teil kein Deutsch, sollen gleichzeitig aber verantwortlich sein für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Sie seien in Wirklichkeit keine Filial-Leiter, geschweige denn Betriebsleiter. Seine Vermutung: diese Leute haben sich im Apparat hochgedient und werden nun entsprechend eingesetzt.

Das Franchise-Modell dürfte auch aus einem anderen Grund ein reines Konstrukt sein: Die einzelnen Warenhäuser machen überhaupt keine Gewinne. Welcher Franchise-Nehmer wäre an so einem Geschäft interessiert?

Es bleibt also dabei: Bei Gorillas wird die Mitbestimmung mit Füßen getreten. Offensichtlich werden unter dem Deckmantel der unternehmerischen Freiheit Betriebe beliebig umstrukturiert und so Betriebsratsmitglieder kalt entsorgt. Auch andere Firmen wie Thalia und Starbucks arbeiten mit dieser Union Busting Methode.

Solange diese unternehmerische Willkür geduldet wird, werden Betriebsräte keinen wirklichen Schutz genießen. [1]

[2]

  1. Patrik Volkanat, Kampfansage an Gorillas, neues deutschland 10.03.2022[1]
  2. Die Zeit, Widerstand gegen Kündigungen beim Lieferdienst Gorillas 10.03.2022[2]