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Flaschenpost: Unterschied zwischen den Versionen
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− | Im Sommer 2019 wurden aus der Niederlassung Münster berichtet, | + | Im Sommer 2019 wurden aus der Niederlassung Münster berichtet, es gäbe dort ein im Winter ungeheiztes Lager, nur 15 Minuten Pause bei acht Stunden Arbeitszeit, kaum eine Möglichkeit, in Vollzeit zu arbeiten. Die Kundenbeschwerden nähmen zu, und der Druck lande bei den Fahren (weil beworbene Sonderangebote zu früh vergriffen sind). An heißen Tagen, an denen der meiste Umsatz gemacht würde, berichtete ein Mitarbeiter, er müsse bei 32 Grad in fünf Stunden schon mal 1200 Kisten bewegen. Das Deaktivieren der Klimaanlagen in den Transportern sei Standard gewesen. Die Arbeit werde zu wenig wertgeschätzt. Da würden ein paar Gratistrinkflaschen verteilt, das sei die einzige Reaktion auf die Hitze gewesen. |
<ref>Frank Biermann: Das Lieferant*innen-Proletariat hat die Nase voll[https://www.sperre-online.de/das-lieferantinnen-proletariat-hat-die-nase-voll-foodora-und-flaschenpost-beschaeftigte-wollen-betriebsrat-und-faire-arbeitsbedingungen/]23.08.2019</ref> | <ref>Frank Biermann: Das Lieferant*innen-Proletariat hat die Nase voll[https://www.sperre-online.de/das-lieferantinnen-proletariat-hat-die-nase-voll-foodora-und-flaschenpost-beschaeftigte-wollen-betriebsrat-und-faire-arbeitsbedingungen/]23.08.2019</ref> | ||
− | + | Nach einem Bericht der Tagesschau vom 2. November 2020 sah es zu dieser zeit nicht besser aus: "Team- und Schichtleiter hätten unbezahlte Überstunden leisten müssen, die Fahrer hätten oft nicht pünktlich Feierabend machen können, es hätte Probleme beim Arbeitsschutz gegeben und Mitarbeitern, die unverschuldet wegen Krankheit fehlten, sei schnell gekündigt worden. Das Unternehmen habe die Tatsache ausgenutzt, dass viele Mitarbeiter Teilzeitkräfte waren und es keine betriebliche Mitsprache gab. Vor der Übernahme habe man offensichtlich die Mitarbeiterkosten in der Bilanz niedrig halten wollen. "Schlimmer als die Flaschenpost geht es nicht", ist sein Fazit."<ref name="t_schau">[Internetquelle |autor=Marcel Kolvenbach |url=https://www.tagesschau.de/wirtschaft/flaschenpost-durstexpress-oetker-101.html |titel=Flaschenpost und Durstexpress – „Ein Klima der Angst“ |werk=tagesschau.de |datum=2020-11-06 |abruf=2021-04-20]</ref> | |
− | Nach einem Bericht der Tagesschau vom | ||
==Union Busting== | ==Union Busting== |
Version vom 18. Juni 2021, 12:16 Uhr
Flaschenpost SE
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Rechtsform | Europäische Gesellschaft |
Gründung | 2012 |
Sitz | Münster |
Leitung | Stephen Weich, Christopher Huesmann, Julian Pachta, Niklas Plath |
Mitarbeiterzahl | ca. 8.000[1] |
Umsatz | 200 Millionen Euro[2] |
Branche | Einzelhandel |
Website | www.flaschenpost.de
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Stand: 2020-11 |
Die Flaschenpost SE ist ein deutscher Lieferdienst für Getränke mit Sitz in Münster.
Arbeitsbedingungen
Im Sommer 2019 wurden aus der Niederlassung Münster berichtet, es gäbe dort ein im Winter ungeheiztes Lager, nur 15 Minuten Pause bei acht Stunden Arbeitszeit, kaum eine Möglichkeit, in Vollzeit zu arbeiten. Die Kundenbeschwerden nähmen zu, und der Druck lande bei den Fahren (weil beworbene Sonderangebote zu früh vergriffen sind). An heißen Tagen, an denen der meiste Umsatz gemacht würde, berichtete ein Mitarbeiter, er müsse bei 32 Grad in fünf Stunden schon mal 1200 Kisten bewegen. Das Deaktivieren der Klimaanlagen in den Transportern sei Standard gewesen. Die Arbeit werde zu wenig wertgeschätzt. Da würden ein paar Gratistrinkflaschen verteilt, das sei die einzige Reaktion auf die Hitze gewesen. [3]
Nach einem Bericht der Tagesschau vom 2. November 2020 sah es zu dieser zeit nicht besser aus: "Team- und Schichtleiter hätten unbezahlte Überstunden leisten müssen, die Fahrer hätten oft nicht pünktlich Feierabend machen können, es hätte Probleme beim Arbeitsschutz gegeben und Mitarbeitern, die unverschuldet wegen Krankheit fehlten, sei schnell gekündigt worden. Das Unternehmen habe die Tatsache ausgenutzt, dass viele Mitarbeiter Teilzeitkräfte waren und es keine betriebliche Mitsprache gab. Vor der Übernahme habe man offensichtlich die Mitarbeiterkosten in der Bilanz niedrig halten wollen. "Schlimmer als die Flaschenpost geht es nicht", ist sein Fazit."[1]
Union Busting
- ↑ 1,0 1,1 [Internetquelle |autor=Marcel Kolvenbach |url=https://www.tagesschau.de/wirtschaft/flaschenpost-durstexpress-oetker-101.html |titel=Flaschenpost und Durstexpress – „Ein Klima der Angst“ |werk=tagesschau.de |datum=2020-11-06 |abruf=2021-04-20]
- ↑ [Internetquelle |url=https://getraenke-news.de/kaufpreis-fuer-flaschenpost-deutlich-niedriger/ |titel=Kaufpreis für Flaschenpost deutlich niedriger |werk=Getränke News! |datum=2020-11-04 |abruf=2020-11-05]
- ↑ Frank Biermann: Das Lieferant*innen-Proletariat hat die Nase voll[1]23.08.2019