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Die Strategie, sprach unkundige Arbeiter aus dem Ausland als Streikbrecher einzusetzen, gehört zu den ältesten Methoden des Union Busting. Work Express residiert in Kattowice, zu ihren Eigentümern gehört die deutsche Leiharbeitsfirma Piening GmbH. „Der Geschäftsführer dieser Firma, Holger Piening, war bislang Verhandlungsführer eines der wichtigsten Verbände der deutschen Zeitarbeitsbranche, des IGZ, in den Verhandlungen mit der DBG Tarifgemeinschaft zu Fragen der Leiharbeit“, schrieb ein Hamburger Arbeitskreis der IG Metall.
 
Die Strategie, sprach unkundige Arbeiter aus dem Ausland als Streikbrecher einzusetzen, gehört zu den ältesten Methoden des Union Busting. Work Express residiert in Kattowice, zu ihren Eigentümern gehört die deutsche Leiharbeitsfirma Piening GmbH. „Der Geschäftsführer dieser Firma, Holger Piening, war bislang Verhandlungsführer eines der wichtigsten Verbände der deutschen Zeitarbeitsbranche, des IGZ, in den Verhandlungen mit der DBG Tarifgemeinschaft zu Fragen der Leiharbeit“, schrieb ein Hamburger Arbeitskreis der IG Metall.
 
Holger Piening dürfte die Brisanz des Work Express-Manövers bald klar geworden sein, steht doch im Tarifvertrag zwischen der DGB Tarifgemeinschaft und dem IGZ unter § 12: „Arbeitnehmer werden nicht in Betrieben eingesetzt, die ordnungsgemäß bestreikt werden.“ Die Lösung war schnell gefunden: Die Streikbrecher erhielten kurzerhand befristete Verträge bei Neupack.
 
Holger Piening dürfte die Brisanz des Work Express-Manövers bald klar geworden sein, steht doch im Tarifvertrag zwischen der DGB Tarifgemeinschaft und dem IGZ unter § 12: „Arbeitnehmer werden nicht in Betrieben eingesetzt, die ordnungsgemäß bestreikt werden.“ Die Lösung war schnell gefunden: Die Streikbrecher erhielten kurzerhand befristete Verträge bei Neupack.
Die Tageszeitung Die Welt schrieb im Januar 2013: „Die Produktion ist laut Krüger gerade noch zu 65 bis 70 Prozent ausgelastet.“ Zudem habe die Firma bereits Kunden an Wettbewerber verloren. Der Umsatz von früher, rund 30 Millionen Euro, sei um 20 Prozent eingebrochen.(11) Der Betriebsratsvorsitzende Murat G. bekam indes seine dritte Kündigung, diesmal wegen einer Rangelei vor einem Betriebstor. Zwei weitere Kollegen erhielten Strafanzeigen.
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Die Tageszeitung Die Welt schrieb im Januar 2013: „Die Produktion ist laut Krüger gerade noch zu 65 bis 70 Prozent ausgelastet.“ Zudem habe die Firma bereits Kunden an Wettbewerber verloren. Der Umsatz von früher, rund 30 Millionen Euro, sei um 20 Prozent eingebrochen.<ref>https://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article112435564/Spuckattacken-auf-Streikbrecher.html</ref> Der Betriebsratsvorsitzende Murat G. bekam indes seine dritte Kündigung, diesmal wegen einer Rangelei vor einem Betriebstor. Zwei weitere Kollegen erhielten Strafanzeigen.
Am 27. Juni 2013 erklärte die IG BCE den Streik für beendet. Die Gewerkschaft erreichte ihr ursprüngliches Ziel – einen Haustarifvertrag – nicht. Sie konnte aber eine Betriebsvereinbarung durchsetzen, welche die gröbsten Auswüchse willkürlicher Lohngestaltung vermutlich beendete:  „Vereinbart wurde zudem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Der Lohn beginnt jetzt bei mindestens 9 Euro/Stunde (zuvor 7,80) und endet bei mehr als 18 Euro.“ (20)
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Am 27. Juni 2013 erklärte die IG BCE den Streik für beendet. Die Gewerkschaft erreichte ihr ursprüngliches Ziel – einen Haustarifvertrag – nicht. Sie konnte aber eine Betriebsvereinbarung durchsetzen, welche die gröbsten Auswüchse willkürlicher Lohngestaltung vermutlich beendete:  „Vereinbart wurde zudem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Der Lohn beginnt jetzt bei mindestens 9 Euro/Stunde (zuvor 7,80) und endet bei mehr als 18 Euro.“  
    
== #Freitag13 ==
 
== #Freitag13 ==
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