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| | Die Komba will bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2022 erstmals mit einer eigenen Liste gegen Verdi antreten und hat nach eigenen Aussagen ihre Mitgliederzahl unter der Belegschaft deutlich ausweiten können. Selbst der heutige Geschäftsführer und ehemalige Verdi-Sekretär Bastian Prange bestätigte öffentlich, dass die ehemalige Verdi-Organisierungsquote von 97% bei der EDG deutlich geschrumpft sei. Dies dürfte sicher auch mit seiner Personalie zusammenhängen. | | Die Komba will bei den Betriebsratswahlen im Frühjahr 2022 erstmals mit einer eigenen Liste gegen Verdi antreten und hat nach eigenen Aussagen ihre Mitgliederzahl unter der Belegschaft deutlich ausweiten können. Selbst der heutige Geschäftsführer und ehemalige Verdi-Sekretär Bastian Prange bestätigte öffentlich, dass die ehemalige Verdi-Organisierungsquote von 97% bei der EDG deutlich geschrumpft sei. Dies dürfte sicher auch mit seiner Personalie zusammenhängen. |
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| | + | Bei den Betriebsratswahlen am 15. und 16. März 2022 erreichte Komba mit 422 Stimmen und acht der insgesamt 15 Betriebsratsmandate. Die „Freie Liste“ der EDG Betriebsratsvorsitzenden Bianca H. und dem beurlaubten Verbundbetriebsratsvorsitzende Marzouk C. erhielt 215 Stimmen bzw. vier Mandate. Die Liste der Gewerkschaft Verdi kam auf 149 Stimmen bzw. drei Mandate.<ref>{{Cite web|Author=Kevin Hoffmann|title=Frontberichte 03/2022: Fracares, Sixt, Entsorgung Dortmund GmbH & Humbaur|Datum=2022-03-23|url=https://arbeitsunrecht.de/frontberichte-03-2022/|Zugriffsdatum=2022-03-24}}</ref> |
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| | Ausgerechnet der Verdi-Sekretär Bastian Prange ist nun der Nachfolger von Wolfgang Birk als Arbeitsdirektor. Bereits seit 2013 sitzt Prange im Aufsichtsrat der EDG und ist mittlerweile auch noch einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Die Gewerkschaft bejubelte diese Situation im Januar 2020.<ref>Alexander Völkel, [https://www.nordstadtblogger.de/ver-di-jahreseinstieg-in-dortmund-engagement-gegen-prekaere-beschaeftigung-und-die-gesellschaftliche-spaltung/ ver.di-Jahreseinstieg in Dortmund: Engagement gegen prekäre Beschäftigung und gesellschaftliche Spaltung], 22.01.2020,nordstadtblogger.de/</ref> Ob Prange als Geschäftsführer wirklich noch die Interessen der rund 1000 Angestellten im Blick hat oder nicht viel mehr die des Unternehmens darf wohl bezweifelt werden. | | Ausgerechnet der Verdi-Sekretär Bastian Prange ist nun der Nachfolger von Wolfgang Birk als Arbeitsdirektor. Bereits seit 2013 sitzt Prange im Aufsichtsrat der EDG und ist mittlerweile auch noch einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Die Gewerkschaft bejubelte diese Situation im Januar 2020.<ref>Alexander Völkel, [https://www.nordstadtblogger.de/ver-di-jahreseinstieg-in-dortmund-engagement-gegen-prekaere-beschaeftigung-und-die-gesellschaftliche-spaltung/ ver.di-Jahreseinstieg in Dortmund: Engagement gegen prekäre Beschäftigung und gesellschaftliche Spaltung], 22.01.2020,nordstadtblogger.de/</ref> Ob Prange als Geschäftsführer wirklich noch die Interessen der rund 1000 Angestellten im Blick hat oder nicht viel mehr die des Unternehmens darf wohl bezweifelt werden. |
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| | + | == Korruption und Vetternwirtschaft == |
| | + | Im Mittelpunkt der Ermittlungen im Frühjahr 2022 steht der Verbundbetriebsratsvorsitzende Marzouk C. Er soll allein in den Jahren 2020-2021 an 17 versuchten Jobvermittlungen beteiligt gewesen sein. Ob und wie viele weitere Mitarbeiter*innen daran beteiligt waren ist bisher unbekannt. Die EDG stellte einen weiteren Mitarbeiter frei, der der Polizei die entscheidenden Hinweise zur Festnahme gab. Er soll seit längerem davon gewusst und die Praxis geduldet haben, Geld habe er jedoch stehts abgelehnt. |
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| | + | Das Entsorgungsmagazin<ref>Klaus Henning Glitza, Neue Pikante Details, https://e-mag.press/neue-pikante-details/, 18.03.2022, e-mag.press/</ref> berichtet von einem weiteren Fall, in dem ein Bereichsleiter einen Auflösungsvertrag unterschrieb, in dem 70.000 Euro Abfindung vereinbart gewesen sein sollen. Nach einem kurzzeitigen Job beim Konkurrenten Remondis sei er dann zur EDG zurückgekehrt und stieg als Abteilungsleiter sogar im Unternehmen noch weiter auf. Die gezahlte Abfindung durfte er scheinbar dennoch behalten. |
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| | + | Die Geschäftsführung soll auch Marzouk C. während seiner Amtszeit als Verbundbetriebsratsvorsitzender bevorzugt behandelt haben. Mitarbeiter*innen berichten dem Entsorgungsmagazin, dass die Personalabteilung ihn in dieser Zeit dreimal höher eingruppierte. Die offizielle Begründung dafür soll Mehrarbeit gewesen sein. |
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| | + | Laut '''Utz Kowalewski''', Fraktionsvorsitzender der Fraktion „Die Linke+“ ist die EDG zudem „im politischen Raum durchaus dafür bekannt, Mitglieder der großen Parteien bei Bedarf finanziell zu versorgen.“ |
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| | ==Nachweise / Quellen== | | ==Nachweise / Quellen== |
| | <references /> | | <references /> |
| | [[Kategorie:Unternehmen]] [[Kategorie:Entsorgung]] [[Kategorie:Dortmund]] | | [[Kategorie:Unternehmen]] [[Kategorie:Entsorgung]] [[Kategorie:Dortmund]] |