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Freitag13 Nr.8 gegen Tönnies

Aus UnionBustingWiki
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Mobilisierungs-Banner #Freitag13 gegen Tönnies am 13.09.2019
Aktionsplakat #Freitag13 gegen Tönnies

In ganz Deutschland beteiligten sich rund 600 Personen an Protest-Aktionen zum Schwarzen #FREITAG13. September 2019 gegen Horror-Jobs und Ausbeutung. Ziel war der Tönnies-Konzern, dessen Fleisch unter anderem hinter den Marken Böklunder, Gutfried und den ALDI-Hausmarken Tillmann’s, Sölde, Landbeck und Rolffes steckt.

Neben Gewerkschaftern, Sozialisten und Menschenrechtler*innen beteiligten sich soziale Aktivist*innen aus Bewegungen für Umweltschutz, Klimagerechtigkeit und Tierrecht.[1] [2] [3] [4]

Hintergrund

Im Mittelpunkt des Aktionstags #Freitag13 gegen Tönnies stand die systematische Ausbeutung und Entrechtung osteuropäischer Werkvertragsarbeiter. Die aktion ./. arbeitsunrecht kritisierte folgende Aspekte an Deutschlands größtem Schweine-Schlachter Tönnies:

  • Massiver Missbrauch von Werkverträgen
  • Förderung einer kriminogenen Ökonomie durch Sub-Unternehmer, Tochter-Unternehmen und Zulieferer
  • Brutale Ausbeutung von Bulgaren, Rumänen und anderen Wanderarbeitern am Arbeitsplatz
  • Unmenschliche Wohnverhältnisse für Wanderarbeiter
  • Grausame Vernutzung von Tieren
  • Sinnloser Transport durch europaweite Einfuhr von Tieren und weltweite Ausfuhr von Fleisch
  • Gigantischer Wasserverbrauch zu Lasten des Gemeinwesens
  • Arbeitsplatzvernichtung: Zerstörung regionaler Wirtschaft durch Preisdumping und planmäßigen Aufkauf von Schlachthöfen in Deutschland und Europa, um diese zu schließen. [5]

Versuch der Verhinderung kritischer Berichterstattung

Im Vorfeld des Aktionstags hatte Tönnies die Medienkanzlei Schertz Bergmann beauftragt. Der Schertz-Anwalt Helge Reich scheiterte jedoch. Am 07.11.2019 zog Tönnies den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die aktion ./. arbeitsunrecht bezüglich folgender Passagen zurück (Landgericht Berlin Az. 27 O 474/19):

  • systematischer Lohnraub durch unbezahlte Überstunden, fehlende Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit, Prellen der Beschäftigten um die Bezahlung von Rüst- und Wegezeiten
  • Kündigungen nach Arbeitsunfällen
  • Tönnies-Werkvertragsarbeiter*innen haben Gewerkschaftern von 16-Stunden-Schichten berichtet.
  • Arbeitsplatzvernichtung: Zerstörung regionaler Wirtschaft durch Preisdumping und planmäßigen Aufkauf von Schlachthöfen in Deutschland und Europa, um sie zu schließen.
  • Lohnraub und Kündigungen bei Verletzung und Krankheit. [6]

In Berlin zogen am Aktionstag #Freitag13 gegen Tönnies rund 24 Personen zu Supermarkt-Filialen sowie zum Büro der Medienkanzlei Schertz Bergmann, die Tönnies-Kritiker routinemäßig mit Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen überzieht. Vor der Aktion gegen Arbeitsunrecht waren bereits der Jourfixe der Hamburger Gewerkschaftslinken, das Bündnis gegen Tönnies Erweiterungen aus Gütersloh und die IG Werkfairträge ins Fadenkreuz der professionellen Medienverhinderer geraten.

Zum Aktionstag versuchte André Vielstädte von der Tönnies-PR Gewerkschafter und Journalisten mit Telefonaten und Pressemitteilungen zu bearbeiten. Einerseits wollte er die Aktion gegen Arbeitsunrecht als linksradikal diffamieren – unser Logo ähnele der SED – , andererseits verbreitete er die Falschbehauptung, wir hätten ein Gesprächsangebot von Tönnies abgelehnt. Dieses hat es nie gegeben. Die Initiative aktion ./. arbeitsunrecht erwirkte am 27. September 2019 am Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die Tönnies Holding ApS & Co. KG und deren Pressesprecher André Vielstädte (Az. 28 O 356/19). [7]

Aktionsformen

Die Aktion gegen Arbeitsunrecht setzte auf Imagekorrektur der Tönnies-Marken Böklunder und Gutfried. Besonders im Fokus stand die Kundenaufklärung bei ALDI: Tönnies lieferte hier die ALDI-Hausmarken Tillmann’s, Rolffes, Sölde und Landbeck.

Shop-Dropping: Flugblätter, die in in Kühltheken und Wurstregalen, für Kunden hinterlassen werden konnten, klärten über die Ausbeutung der Werkvertragsarbeiter auf. Um Kunden darüber zu informieren, welche Produkte von Tönnies stammen, gab es außerdem haftende Aufkleber, mit der die Ware entsprechend gekennzeichnet werden konnte.

In mehreren Städten unternahmen Aktivisten Supermarkttouren mit dem Ziel Kunden zu informieren und Supermarktbetreiber wie Aldi unter Druck zu setzen.

Liste der Aktionsorte:

  • Augsburg – Supermarkttour
  • Bad Oeynhausen – Info-Aktionen an Aldi Märkten in Bad Oeynhausen – Veranstalter vor Ort Vexit, Der vegane Stammtisch
  • Bamberg – Supermarkttour
  • Berlin – 16.00 Uhr DEMO: Treffpunkt Bretischeidplatz an der Gedächtniskirche, von da aus Tour durch verschiedene Discounter und Supermärkte – Veranstalter vor Ort Aktion gegen Arbeitsunrecht und andere  – Hier in den Berliner Aktionsverteiler eintragen: https://aktion.arbeitsunrecht.de/de/berlin
  • Bielefeld – Supermarkttour
  • Bünde – Info-Aktionen an mehreren Discountern – Veranstalter vor Ort „Wir lieben ALLE Tiere“
  • Düren – Aktiv vor Ort Werkstatt für Aktionen und Alternativen
  • Düsseldorf – Supermarkttour
  • Erding – Supermarkttour
  • Flensburg – Supermarkttour
  • Gelsenkirchen – 15.00 – 17.00 Uhr Aldi-Filiale Ahstr./Klosterstr., Infostand – Veranstalter vor Oert: Die Linke Gelsenkirchen
  • Halle – Supermarkttour der FAU Halle
  • Hamburg – 17.00 Uhr REWE Tibarg 32, 22459 Hamburg – Veranstalter vor Ort: Sven Vaith, Alternativedamm.de und Jour Fixe der Gewerkschaftslinken Hamburg
  • Hamburg Rindermarkthalle, Kundgebung 15.00 – 19.00 Uhr, Neuer Kamp 31 – Veranstalter vor Ort: IWW Hamburg (Industrial Workers of the Word), der „Anlaufpunkt gegen Arbeitsunrecht“ in Wilhelmsburg“, FAU HH (Freie Arbeiter*innen Union) und ATIF (Föderation der Arbeitervereine aus der Türkei in Deutschland)
  • Hamburg Süd – Supermarkttour
  • Herford – Supermarkttour
  • Hiddenhausen – Supermarkttour
  • Karlsruhe – 14.00 – 17.00 Uhr ALDI Waldstr. – Veranstalter vor Ort: Freie Tierrechtsaktivisten Karlsruhe
  • Kiel – Supermarkttour
  • Kempten – 10.30 bis 12.30 Uhr Info-Stand Bahnhofstraße Höhe C&A – Veranstalter vor Ort LAG Tierschutz und Tierrechte DIE LINKE Bayern
  • KölnDemonstration: Dumping-Fleisch raus! 16.00 Uhr ab Chlodwigplatz – Veranstalter vor Ort: Aktion Gegen Arbeitsunrecht und Fridays For Future Köln – geplant sind Stopps an Zwei ALDI-Filialen und diversen Supermärkten mit kleinen Teach-Ins, Schlusskundgebung 18.00 Uhr Rudolfplatz
  • Kriftel – Supermarkttour
  • Lübbecke – ab 16.00 Uhr: ALDI, Strubbergstr 9, 32312 Lübbecke
  • München – Supermarktour
  • Nördlingen – Supermarktour
  • Oettingen – Supermarktour
  • Osnabrück – ALDI, Mönkedieckstrasße 3, Dodesheide – Veranstalter vor Ort Greenpeace Jugend Osnabrück
  • Paderborn – Supermarkttour – Gemeinsame Fahrt zur Kundgebung nach Rheda-Wiedenbrück mit dem Zug um 13.13 Uhr oder Fahrgemeinschaften; Kontakt: [[1]]
  • Porta Westfalica – Supermarkttour
  • Preetz – Supermarkttour
  • Rheda-Wiedenbrück | 13. September 2019, 15:00 Uhr Sammlung vor dem Hauptbahnhof | Demonstration zum Tönnies-Schlachthof – Zentrale Veranstaltung für Westfalen, Münsterland, OWL | Treffpunkt: Bahnhof Rheda, 33378 Rheda-Wiedenbrück – Veranstalter vor Ort: Bündnis gegen Tönnies-Erweiterung, LAG Tierschutz Die Linke NRW, Aktion gegen Arbeitsunrecht mit Unterstützung von Fridays for Future Bielefeld und Gütersloh, attac Gütersloh, Fairleben, Venga e.V., Safe Movement, ARIWA OWL, Die Linke Kreisverband Gütersloh, BUND-OWL, IG WerkFAIRträge und die Linksjugend [’solid] Kreis Gütersloh – Ansprachen: Dr. Bettina Rehberg (Tierrechtsaktivistin, ARIWA OWL – Dr. Werner Rügemer (Journalist und Publizist, Aktion./.Arbeitsunrecht) – Amira Mohamed Ali (Mitglied des Deutschen Bundestages, tierschutzpolitische Sprecherin DIE LINKE) – Ercan Korkmaz (Schüler/Student, Fridays for Future Gütersloh)– Moderation: Camila Cirlini (Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung)
  • Siegburg – Supermarkttour | Die Linke Siegburg
  • Soest – Supermarkttour
  • Tauberbischhofsheim – Supermarkttour
  • Weißenfels | 13. September 2019, 15:00 Uhr | Kundgebung auf dem Marktplatz Weißenfels  – Veranstalter vor Ort: Ortsgruppe und die Kreisorganisation Burgenlandkreis BLK der Naturschutzorganisation des BUND Land Sachsen-Anhalt, mit Unterstützung von Animal Save Germany
  • Würzburg – Supermarkttour | aktion./.arbeitsunrecht, Fridays For Future Würzburg, SDAJ, Die Linke Würzburg

Belege / Quellen

  1. Elmar Wigand Aktion gegen Arbeitsunrecht 18.09.2021 FREITAG13: Tönnies ist nervös + angeschlagen. Bilder + Auswertung des Aktionstags https://arbeitsunrecht.de/freitag13-toennies-ist-nervoes-angeschlagen/
  2. Jessica Reisner Aktion gegen Arbeitsunrecht 14.09.2019 #FREITAG13: Aktionen gegen System Tönnies in 36 Städten https://arbeitsunrecht.de/freitag13-aktionen-gegen-system-toennies-in-35-staedten/
  3. Sebastian Weiermann nd 14.09.2019 Schwarzer Freitag für Tönnies https://www.nd-aktuell.de/artikel/1125784.aktion-arbeitsunrecht-schwarzer-freitag-fuer-toennies.html
  4. Hand-Dieter Hey r-mediabase 16.09.2019 An über 30 Orten Proteste gegen den Fleischgiganten Tönnies https://r-mediabase.eu/an-ueber-30-staedten-orten-proteste-gegen-den-fleischgiganten-toennies/nggallery/image/20190913_hdh_2705#oben
  5. Elmar Wigand Aktion gegen Arbeitsunrecht 05.09.2019 #Freitag13: Das System Tönnies stoppen! https://arbeitsunrecht.de/freitag13-das-system-toennies_stoppen/
  6. Jessica Reisner Aktion gegen Arbeitsunrecht 22.11.2019 Tönnies zieht das Ringelschwänzchen ein https://arbeitsunrecht.de/toennies-zieht-das-ringelschwaenzchen-ein/
  7. Elmar Wigand Aktion gegen Arbeitsunrecht 07.10.2019 Arbeitsunrecht erwirkt einstweilige Verfügung gegen Tönnies https://arbeitsunrecht.de/arbeitsunrecht-erwirkt-einstweilige-verfuegung-gegen-toennies/