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| Am Freitag, dem 13.09.2019 protestierten Unterstützer in 36 Städten gegen Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die Schlacht- und Zerlegebetriebe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_T%C3%B6nnies Clemens Tönnies]. Die größten Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern gab es in Köln und Rheda-Wiedenbrück, am Standort des größten Tönnies-Schlachthofs in Deutschland. | | Am Freitag, dem 13.09.2019 protestierten Unterstützer in 36 Städten gegen Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die Schlacht- und Zerlegebetriebe von [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_T%C3%B6nnies Clemens Tönnies]. Die größten Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern gab es in Köln und Rheda-Wiedenbrück, am Standort des größten Tönnies-Schlachthofs in Deutschland. |
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− | Im Mittelpunkt des Aktionstags #Freitag13 gegen [[Tönnies]] stand die systematische Ausbeutung und Entrechtung osteuropäischer Werkvertragsarbeiter. Neben Gewerkschaftern, Sozialisten und Menschenrechtler*innen beteiligten sich soziale Aktivist*innen aus Bewegungen für Umweltschutz, Klimagerechtigkeit und Tierrecht. <ref>Elmar Wigand 18.09.2019 FREITAG13: Tönnies ist nervös + angeschlagen. Bilder + Auswertung des Aktionstags, abgerufen 03.07.2021 https://arbeitsunrecht.de/freitag13-toennies-ist-nervoes-angeschlagen/</ref> | + | Im Mittelpunkt des Aktionstags #Freitag13 gegen [[Tönnies]] stand die systematische Ausbeutung und Entrechtung osteuropäischer Werkvertragsarbeiter. Neben Gewerkschaftern, Sozialisten und Menschenrechtler*innen beteiligten sich soziale Aktivist*innen aus Bewegungen für Umweltschutz, Klimagerechtigkeit und Tierrecht. <ref>Elmar Wigand 18.09.2019 FREITAG13: Tönnies ist nervös + angeschlagen. Bilder + Auswertung des Aktionstags, abgerufen 03.07.2021 https://arbeitsunrecht.de/freitag13-toennies-ist-nervoes-angeschlagen/</ref> |
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| Zum 01.01.2021 trat das [[Arbeitsschutzkontrollgesetz]] in Kraft, das den Einsatz von Werkvertrags- und Leiharbeit in der Fleischindustrie in Betrieben mit über 50 Beschäftigten erheblich einschränkt und verbietet. Das Arbeitsschutzkontrollgesetz wurde 2020 vor dem Hintergrund erlassen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen osteuropäischer Werkvertragsarbeiter ohnehin schon extrem in der Kritik standen. Nachdem es im Rahmen der Corona-Pandemie dann noch zu Massenausbrüchen an Schlachthöfen und einem von Tönnies verursachten Lockdown in der Region Gütersloh kam, sah sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_Heil Hubertus Heil] (SPD) genötigt, zu reagieren. | | Zum 01.01.2021 trat das [[Arbeitsschutzkontrollgesetz]] in Kraft, das den Einsatz von Werkvertrags- und Leiharbeit in der Fleischindustrie in Betrieben mit über 50 Beschäftigten erheblich einschränkt und verbietet. Das Arbeitsschutzkontrollgesetz wurde 2020 vor dem Hintergrund erlassen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen osteuropäischer Werkvertragsarbeiter ohnehin schon extrem in der Kritik standen. Nachdem es im Rahmen der Corona-Pandemie dann noch zu Massenausbrüchen an Schlachthöfen und einem von Tönnies verursachten Lockdown in der Region Gütersloh kam, sah sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_Heil Hubertus Heil] (SPD) genötigt, zu reagieren. |
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| Zuvor hatte die Aktion gegen Arbeitsunrecht in einer spendenbasierten Aktion per Brief 1.547 Deliveroo-Vertragsrestaurants über das Geschäftsgebaren des Lieferdienstes gegenüber seinen Kurieren aufgeklärt und die Restaurant-Betreiber aufgefordert, ihre Zusammenarbeit mit Deliveroo zu überprüfen. <ref>Aktion gegen Arbeitsunrecht 14.04.2018 Shame on you, Deliveroo! Freitag, der 13. macht Schritt nach Europa<nowiki/>https://arbeitsunrecht.de/shame-on-you-deliveroo/</ref> | | Zuvor hatte die Aktion gegen Arbeitsunrecht in einer spendenbasierten Aktion per Brief 1.547 Deliveroo-Vertragsrestaurants über das Geschäftsgebaren des Lieferdienstes gegenüber seinen Kurieren aufgeklärt und die Restaurant-Betreiber aufgefordert, ihre Zusammenarbeit mit Deliveroo zu überprüfen. <ref>Aktion gegen Arbeitsunrecht 14.04.2018 Shame on you, Deliveroo! Freitag, der 13. macht Schritt nach Europa<nowiki/>https://arbeitsunrecht.de/shame-on-you-deliveroo/</ref> |
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| Deliveroo zog sich im August 2018 aus 10 von 15 deutschen Städten und im August 2019 komplett aus dem deutschen Markt zurück. <ref>Aktion gegen Arbeitsurnecht 29.08.2018 Gig-Economy: Deliveroo und Foodora auf Rückzug<nowiki/>https://arbeitsunrecht.de/deliveroo-und-foodora-auf-rueckzug/</ref> In der Folge der unerwünschten Aufmerksamkeit werden Rider bei Lieferdiensten mittlerweile in der Regel (befristet) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. (Stand 24.06.2021).<ref>Patricia Andreae FAZ 21.06.2021 Die große Unsicherheit der Lieferdienst-Fahrer https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/lieferdienst-fahrer-in-frankfurt-demonstrieren-fuer-ihre-rechte-17387726.html</ref> | | Deliveroo zog sich im August 2018 aus 10 von 15 deutschen Städten und im August 2019 komplett aus dem deutschen Markt zurück. <ref>Aktion gegen Arbeitsurnecht 29.08.2018 Gig-Economy: Deliveroo und Foodora auf Rückzug<nowiki/>https://arbeitsunrecht.de/deliveroo-und-foodora-auf-rueckzug/</ref> In der Folge der unerwünschten Aufmerksamkeit werden Rider bei Lieferdiensten mittlerweile in der Regel (befristet) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. (Stand 24.06.2021).<ref>Patricia Andreae FAZ 21.06.2021 Die große Unsicherheit der Lieferdienst-Fahrer https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/lieferdienst-fahrer-in-frankfurt-demonstrieren-fuer-ihre-rechte-17387726.html</ref> |
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| Am 13.10.2017 beteiligten sich Unterstützer in rund 20 Städten an Protesten gegen Union Busting und unsichere Arbeitsverhältnisee bei H&M (Hennes & Mauritz). | | Am 13.10.2017 beteiligten sich Unterstützer in rund 20 Städten an Protesten gegen Union Busting und unsichere Arbeitsverhältnisee bei H&M (Hennes & Mauritz). |
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− | Die aktion./.arbeitsunrecht warf H&M vor, Betriebsräte in Deutschland mit Hilfe juristischer Nachstellungen der Kanzlei [[DLA Piper]] gezielt zu zermürben und Beschäftigte mit Kettenbefristungen, Arbeit auf Abruf und sog. Flexi-Verträgen in ständiger Sorge um ihren Arbeitsplatz und ihre Stundenzahlen halten.<ref>arbeisunrecht 15.10.2017 Schwarzer Freitag für H&M: Proteste in zahlreichen Städten gegen sozialschädliche Arbeitszeit-Modelle und Union Busting. Kampf gegen die Schließung des Lagers Großostheim, abgerufen 03.07.2021 https://arbeitsunrecht.de/freitag13-bundesweite-aktionen-bringen-hm-in-bedraengnis/</ref> | + | Die aktion./.arbeitsunrecht warf H&M vor, Betriebsräte in Deutschland mit Hilfe juristischer Nachstellungen der Kanzlei [[DLA Piper]] gezielt zu zermürben und Beschäftigte mit Kettenbefristungen, Arbeit auf Abruf und sog. Flexi-Verträgen in ständiger Sorge um ihren Arbeitsplatz und ihre Stundenzahlen halten.<ref>arbeisunrecht 15.10.2017 Schwarzer Freitag für H&M: Proteste in zahlreichen Städten gegen sozialschädliche Arbeitszeit-Modelle und Union Busting. Kampf gegen die Schließung des Lagers Großostheim, abgerufen 03.07.2021 https://arbeitsunrecht.de/freitag13-bundesweite-aktionen-bringen-hm-in-bedraengnis/</ref> |
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| Die Resonanz der Kampagne „Jetzt schlägt’s 13!“ in Presse, Funk und Fernsehen war sprunghaft gestiegen. Über die Lokalberichterstattung hinaus, die ebenfalls deutlich zulegte, haben mit tagesschau.de und Handelsblatt erstmals auch bundesweite „Leitmedien“ berichtet. Zahlreiche etablierte Blätter wie Hamburger Abendblatt und Süddeutsche Zeitung druckten eine bundesweit verbreitete dpa-Meldung ab. | | Die Resonanz der Kampagne „Jetzt schlägt’s 13!“ in Presse, Funk und Fernsehen war sprunghaft gestiegen. Über die Lokalberichterstattung hinaus, die ebenfalls deutlich zulegte, haben mit tagesschau.de und Handelsblatt erstmals auch bundesweite „Leitmedien“ berichtet. Zahlreiche etablierte Blätter wie Hamburger Abendblatt und Süddeutsche Zeitung druckten eine bundesweit verbreitete dpa-Meldung ab. |
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| Arbeitsrechts-Aktivisten organisierten ein Teach-In am Kölner [[McKinsey]]-Standort. <ref>Jessica Reisner Aktion gegen Arbeitsunrecht 14.05.2018 Toys ‚R‘ Us: Freitag der 13. sorgt für Unruhe https://arbeitsunrecht.de/toys-r-us_aktionstag-freitag-der-13-mai-sorgt-fuer-unruhe/</ref> | | Arbeitsrechts-Aktivisten organisierten ein Teach-In am Kölner [[McKinsey]]-Standort. <ref>Jessica Reisner Aktion gegen Arbeitsunrecht 14.05.2018 Toys ‚R‘ Us: Freitag der 13. sorgt für Unruhe https://arbeitsunrecht.de/toys-r-us_aktionstag-freitag-der-13-mai-sorgt-fuer-unruhe/</ref> |
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| + | ==== Erfolg: ==== |
| + | Die Angriffe des Managements ebbten nach weiteren Folgeprotesten und nachdem ein Amtsenthebungsverfahren, das das Unternehmen gegen die Betriebsratsvorsitzende Mona in Würselen anstrebte, scheiterte, endlich ab. |
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| === #[[Freitag13 Nr.2 gegen KiK]] === | | === #[[Freitag13 Nr.2 gegen KiK]] === |
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| Als Inhouse-Union-Buster fungierte der Geschäftsführer [[Arne Höck]], extern waren die Anwälte [[Marc Müller]] ([[Taylor Wessing]]) und [[Stefan Hermann]] (Kanzlei [[Hermann Budweg Meyer]]) damit betraut eine Kette von unsubstantiierten Kündigungsversuchen und Abmahnungen gegen Murat loszutreten.<ref>[https://arbeitsunrecht.de/neupack_der-streik-und-seine-hintergruende/ Neupack: der Streik und seine Hintergründe], arbeitsunrecht.de, 27.2.2015.</ref> | | Als Inhouse-Union-Buster fungierte der Geschäftsführer [[Arne Höck]], extern waren die Anwälte [[Marc Müller]] ([[Taylor Wessing]]) und [[Stefan Hermann]] (Kanzlei [[Hermann Budweg Meyer]]) damit betraut eine Kette von unsubstantiierten Kündigungsversuchen und Abmahnungen gegen Murat loszutreten.<ref>[https://arbeitsunrecht.de/neupack_der-streik-und-seine-hintergruende/ Neupack: der Streik und seine Hintergründe], arbeitsunrecht.de, 27.2.2015.</ref> |
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| + | ==== Erfolg ==== |
| + | Murat arbeitet (Stand 2021) immer noch bei Neupack und ist als Betriebsratsmitglied aktiv. |
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| ==Belege / Quellen== | | ==Belege / Quellen== |